LAP Neukölln

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Maren Sierks, Susanne Kronberg

Kontaktdaten:
Bezirksamt Neukölln von Berlin
Abt. Jugend
Karl-Marx-Str. 83
12040 Berlin
Tel: 030-6809-2004 oder 4016
Email:  
Email 2:  
www.berlin.de/ba-neukoelln www.demokratische-vielfalt-neukoelln.de
  Fördergebiet:
Neukölln von Berlin
Größe: 45 qkm
Einwohnerzahl: 302.000
Förderzeitraum: 09/2007-12/2010

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
1. Rechtsextreme bekommen keinen weiteren Zulauf von Jugendlichen
2. Schulen und Jugendeinrichtungen arbeiten zusammen, um Jugendliche und Eltern zu stärken und um demokratische und partizipative pädagogische Konzepte zu entwickeln und umzusetzen
3. Bürgerinnen und Bürger in Neukölln entwickeln einen Grundkonsens für ein demokratisches, gewaltfreies und respektvolles Miteinander

Handlungskonzept:
Zur Realisierung der o. g. Leitziele des Lokalen Aktionsplanes werden in aufeinander aufbauenden Phasen Maßnahmen in den Handlungsfeldern "Öffentlichkeit/ Öffentlicher Raum", "Kooperation und Vernetzung" sowie "Schule und Jugendarbeit" initiiert.

· Öffentlicher Raum:
Um die Aufmerksamkeit und Sensibilität für die Gefahr eines zunehmenden Rechtsextremismus in der Bevölkerung zu erhöhen, werden im 1. Förderjahr verstärkt öffentlichkeitswirksame Maßnahmen durchgeführt. Dazu gehören Informationsveranstaltungen und die Bereitstellung von Informationsmaterialien zum Thema Rechtsextremismus und zum Lokalen Aktionsplan ebenso wie niedrigschwellige Angebote (Stadtteilfeste/ kulturelle Feste) und insbesondere auch kreative Aktionen. Der Sensibilisierungsphase folgt schwerpunktmäßig im 2. Förderjahr eine Phase der aktiven Auseinandersetzung. Dazu gehören z. B. Zivilcouragetrainings, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, zu intervenieren, ohne sich selbst zu gefährden, sowie Argumentationstrainings gegen rechtsextremistische und rassistische Parolen. In geschützten Räumen (Diskussionsveranstaltungen, Stadtteilkonferenzen) wird die respektvolle Auseinandersetzung mit verschiedenen Sichtweisen unterstützt.

· Kooperation/ Vernetzung:
Durch Infobriefe, Projektträgertreffen und durch einen gemeinsamen öffentlichen Projekttag, in dem die Ergebnisse der Projekte vorstellt werden, werden im 1. Förderjahr die Information und der Austausch der Akteurinnen und Akteure gefördert. Zielsetzung und Ergebnisse der Projekte und des LAP werden im Begleitausschuss diskutiert, die Zielsetzung und das Verfahren werden dem aktuellen Kenntnisstand angepasst und in verschiedene bezirkliche Gremien multipliziert. Jugendhilfeausschuss und Bezirksverordnetenversammlung werden einbezogen.

· Schule - Jugendarbeit:
Das Gros der rechtsextrem orientierten Jugendlichen in Neukölln ist nicht sozial auffällig. Angebote der Jugendarbeit werden von diesen Jugendlichen nicht oder kaum genutzt. Um rechtsextrem orientierte Jugendliche als solche wahrzunehmen und pädagogische Konzepte im Umgang mit diesen Jugendlichen zu entwickeln, ist ein Austausch und eine Zusammenarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Schule und Jugendarbeit/ Straßensozialarbeit erforderlich. Im ersten Schritt werden gemeinsame Fortbildungen und ein Fachaustausch organisiert. Darauf aufbauend werden schwerpunktmäßig im zweiten Förderjahr beteiligungsorientierte, präventiv wirksame Angebote an der Schnittstelle zwischen Schule und Jugendarbeit entwickelt.

· Das 3. Förderjahr dient insbesondere der Sicherung der Nachhaltigkeit:
Die Projekte, die sich bewährt haben, werden weiterentwickelt und Wege gesucht, um sie ins Regelangebot z. B. von Schule und Jugendarbeit zu übertragen. Bündnisse zivilgesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure werden z. B. durch Fachkonferenzen stabilisiert. Verfahren zur zukünftigen Zusammenarbeit werden erarbeitet. Ggf. wird eine Nachqualifizierung der Akteurinnen und Akteure durchgeführt.

Zielgruppen:
· Kinder und Jugendliche, die bislang noch nicht zum inneren Kreis der Rechtsextremen gehören, aber sympathisieren und Gefahr laufen, rekrutiert zu werden
· Eltern, Anwohnerinnen und Anwohner, die gegenüber den Rechtsextremen eher indifferent sind, weil sie zwar grundsätzlich deren gewalttätige Methoden ablehnen, sich aber andererseits durch eine mögliche Zunahme von Menschen mit Migrationshintergrund in ihrem Wohngebiet bedroht fühlen
· Kinder, Jugendliche und Familien, die den Wunsch nach Integration in die demokratische Gesellschaft haben und die Unterstützungs- und Dialogangebote anzunehmen bereit sind
· Jugendliche, Eltern, Anwohnerinnen und Anwohner, die sich aktiv für Pluralität und Toleranz einsetzen möchten
· Familien mit Migrationshintergrund, die sich aufgrund von Integrationsproblemen zunehmend in ihre eigene Community zurückziehen
· Pädagoginnen und Pädagogen in Neuköllner Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Streetworkerinnen und Streetworker, Sportvereine sowie andere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
· Schulen als wichtiger Kooperationspartner der Jugendhilfe und Sozialisationsinstanz der Kinder und Jugendlichen in der Region

Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Der Begleitausschuss setzt sich zusammen aus den beiden Vertreterinnen der bezirklichen Koordinierungsstelle, den Vertreterinnen und Vertretern des Ämternetzwerks und aus zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren. Bei der Zusammensetzung wird darauf geachtet, dass die Bedarfslagen von Mädchen wie auch von Jungen angemessen repräsentiert sind und dass auch die Sichtweisen von Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund berücksichtigt werden. Da der Schwerpunkt des Aktionsplanes im Süden liegen soll, sind Vertreterinnen und Vertreter aus der Region Süd-Ost überproportional vertreten. Aus den anderen 3 Regionen wird jeweils eine Vertreterin bzw. ein Vertreter entsandt. Für die fachliche Beratung wird die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) als nicht stimmberechtigtes Mitglied hinzugezogen.